Hike

Aus DPSG St. Konrad
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Der Hike ist eine Reise ins Unbekannte. Sinn macht es daher, einen Hike in einem Gelände oder eine er Gegend zu absolvieren, die der Gruppe unbekannt ist. Das gemeinsame Entscheiden, das Unterwegssein und die eigenen Konsequenzen der Entscheidungen tragen sind die spannenden und existentiellen Elemente des Hike. Die Hikegruppe nimmt dabei alle benötigten Sachen mit und kümmert sich unterwegs um eine Unterkunft und eventuell benötigtes Essen / Trinken.

Die Wegstrecke

Grundsätzlich kann ein Hike ein bestimmtes Ziel haben, welches im Vorfeld festgelegt ist oder das Ziel kann sich im Laufe des Unterwegs-Seins erst ergeben. Beide Varianten haben ihre Berechtigung und sollten im Laufe des Pfadfinderlebens ausprobiert werden. Viele Hikes finden zu Fuß statt, was die Möglichkeit der Gruppenkommunikation und des gemeinsamen Erlebens recht intensiv macht. Beim hiken macht die Weisheit „Der Weg ist das Ziel“ einen ganz besonderen Sinn.

Der Schlafplatz

Ob die Gruppe mit einem Zelt läuft, eine Plane dabei hat oder versucht ein „Dach über dem Kopf“ für die Nacht zu bekommen ist von ihren eigenen Zielen und Vorstellungen abhängig. Ohne Zelt- oder Übernachtungsutensilien muss weniger Gepäck getragen werden, was das Laufen angenehmer macht. Und es bietet die Chance mit Menschen vor Ort in Kontakt zu kommen: Ob Heuschober, Gartenhaus, Garage oder Pfarrheim – schlafen kann die Gruppe an vielen Orten. Auch hier liegt eine große Chance des ungeplanten Hikes – eigene Möglichkeiten erweitern und sich selbst um sich bemühen – wachsen an den Herausforderungen.

Die Verpflegung

Ein Möglichkeit ist es, der Gruppe das Verpflegungsgeld mitzugeben und sie entscheiden zu lassen, was und wann sie damit einkauft. Natürlich kann die Gruppe auch ihr Essen mitnehmen (was in Gegenden ohne hohe Bevölkerungsdichte auch sinnvoll sein kann). Doch genau wie bei allen anderen Punkten ist es wichtig für das Leitungsteam die Entscheidungen der Gruppe zu unterstützen – nicht zu treffen – und somit auch Lernmöglichkeiten zu schaffen.

Die Dauer / Strecke

Ein Hike sollte mindestens eine Übernachtung mit einschließen und die umliegenden Tage ganz zur Verfügung stehen. Nach Machbarkeit bietet sich auch eine längere Dauer an. Gruppenprozesse benötigen Zeit und die sollte die Gruppe auch bekommen.

Ein Hike darf auch an die Grenzen der einzelnen gehen (nicht darüber hinaus). Die Erfahrung dann in einer Gruppe „getragen“ zu werden und dabei zu sein ist ein unersetzliches Lernen.

Die Ausrüstung

Wichtig ist es, dass ihr leichtes Gepäck mitnehmt. Ein Hike, der über mehrere Tage geht ist anstrengend, da alles Gewicht getragen wird und jede Stunde schwerer wird.

Zumal außer der persönliche Ausrüstung (für die Übernachtungen, Schwimmsachen, Hygieneartikel, Essgeschirr) auch noch das Gruppenmaterial transportiert werden muss (Erste-Hilfe, Kochgeschirr, event. Lebensmittel, Planen o.ä.).

Anstatt von Zelten werden oft Kohtenplanen empfohlen, da diese leicht aufteilbar und transportierbar sind.

Die Gruppe

Am besten kleineren Gruppen auf Hike. Dies können auch Teilgruppen einer Altersstufe sein. Je nach Alter können die Sippen / Trupps / Runden alleine gehen oder die Leiterinnen und Leiter begleiten diese. Bei jüngeren Gruppen können die Leiterinnen und Leiter auch am Abend die Gruppe treffen und nach dem Rechten sehen.

Reflexion

Am Ende treffen sich alle und reflektieren das erlebte. So lassen sich die positiven Elemente nochmals betonen und Erfahrenes kann als Erlerntes übernommen werden.

Für Leitungsteams

Gelebte Abenteuerpädagogik

Im Hike werden wirklich alle Inhalte der Abenteuerpädagogik zusammengefasst und gelebt:

  • Ganzheitliches Lernen: Die Erlebnis-Pädagogik setzt bei den Fähigkeiten und Potentialen der Kinder und Jugendlichen an. Die an diese gestellte Aufgabe oder gesetzte Situation macht ein Handeln notwendig. Es werden alle Sinne angesprochen, im Gegensatz zu theoretischen Lernsituationen. Somit sind nicht nur kognitive, sondern auch die emotionale und aktionale Lernebenen (Annette Reiners) berücksichtigt
  • Lerntransfer und Reflexion: „Der Reflexion kommt eine zentrale Bedeutung zu. Ohne diese scheint der Transfer der gemachten Erlebnisse und Erfahrungen in den Alltag nur begrenzt möglich“ (König/König)
  • Natur und Ökologie: „Da die in der Erlebnispädagogik bereitgestellten Räume außerdem dem Abenteuerdrang des Menschen entsprechen, besitzen sie gleichzeitig Aufforderungscharakter, der verbunden mit Überraschungselementen, Erfolgserlebnissen etc. zur Eigeninitiative und Eigenaktivitäten motiviert“ (Annette Reiners)
  • Authentizität „Die Situationen müssen ernsthaft, direkt, konkret und authentisch, das heißt „nicht aufgesetzt“ sein; die an die Gruppe übertragene Verantwortung muss real und nicht spielerisch sein“ (Annette Reiners).
  • Herausforderungscharakter: Die Schul-Erlebnis-Pädagogik bietet einen Erfahrungsraum, in dem zum Experimentieren und Lernen aufgefordert wird. Damit wird ein großes Lernpotenzial für den einzelnen Schüler angeboten. „ Persönliche Eigenschaften des Einzelnen treten in der Herausforderung, in Situationen des Nicht-Ausweichen-Könnens, im Erlebnis gegenseitiger Abhängigkeit stärker hervor als sonst“(König/König)
  • Gruppenorientierung: Die gesamte Gruppe stellt ein Lernfeld dar, in dem Kooperations-, Team-, Kommunikations- und Konfliktlösungsfähigkeiten geprobt, angewendet und gelernt werden können. Ein wesentlicher Akzent der SEP liegt auf dem Erlernen sozialer Kompetenzen.
  • Prinzip der Freiwilligkeit: „Selbstverantwortung und Selbstbestimmung sollten jederzeit gegeben sein. Der Einzelne entscheidet selbst, ob er die Herausforderung annehmen möchte“ (König/König)

Sich auf den Weg ins Unbekannte begeben, neue Wege oder Gegenden erforschen, neue Menschen kennen lernen – jeder einzelne Augenblick eines Hikes ist für Pfadfinderinnen und Pfadfinder eine wichtige Erfahrung und ein großes Abenteuer. Das ist passend, weil die Kinder und Jugendlichen in den einzelnen Gruppen zunehmend selbstbestimmter werden und sich getreu diesem Gedanken auch selbstständig in neuen Gebieten zurechtfinden sollen.

Vorbereitung ist das A und O

Wichtig für euch als Leitungsteam ist eine gute Vorbereitung. Ihr solltet euren Trupp gut kennen und wissen, was ihr ihm zutrauen könnt. Ihr braucht das Einverständnis der Eltern und ihr habt die Aufsichtspflicht. Wenn die Sippen alleine unterwegs sind, empfiehlt es sich, jeden Abend neu die Unterkunft zu besuchen, um nach dem Rechten zu sehen. Wenn ihr ins Ausland fahrt, solltet ihr die dortigen gesetzlichen Bestimmungen kennen. Tipp: Fragt eine örtliche Pfadfindergruppe!

Interessante Links zum Thema:

http://wiki.dpsg-bayern.de/index.php?title=Hike

https://www.scout-o-wiki.de/index.php?title=Hike

http://dpsg.de/de/stufen/jungpfadfinderstufe/fuer-jungpfadfinderinnen-jungpfadfinder/der-hike.html